Großprojekte: Forschung, Verkehr und Behörden

Wie Vorhaben des Bundes den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier prägen

Diese Seite ist Teil unserer Einführung „Wie funktioniert der Strukturwandel?“ Hier geht es zu Übersicht und zur Broschüre als Download:

Die Bundessäule der Strukturwandelförderung umfasst 26 Milliarden Euro, also fast zwei Drittel der gesamten Mittel. Der Bund setzt in diesem Bereich Großprojekte mit überregionaler Bedeutung um. Sie müssen vom Bund-Länder-Koordinierungsgremium gebilligt werden, sind aber nicht auf die Zustimmung der Gremien in den Revieren angewiesen. Die Länder und Regionen wirken bei der praktischen Umsetzung von Projekten vor Ort mit.

Art und Umfang der Projekte sind äußerst vielfältig. Wichtige Förderbereiche sind:

Ein Icon von einem Modell eines Atoms

Förderung von Wissenschaft und innovativer Forschung

Ein Icon von einem Zug

Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur (Straße und Schiene)

Ein Icon von einem Bürogebäude

Ansiedelung von Bundesbehörden in den Revieren

Ein Icon von zwei Personen, darüber eine Sprechblase mit einer Glühbirne darin

Weitere Förderprogramme, unter anderem für Netzwerk- und Kommunikationsprojekte

Wir gehen auf dieser Seite vor allem auf die ersten drei Bereiche ein. Mehr zum letzten Punkt gibt es auf der Seite zu den Förderprogrammen des Bundes.

Wissenschaft und Forschung

Innovativer Forschung wird im Strukturwandel eine große Bedeutung zugemessen. Durch sie sollen wirtschaftliche Dynamik, neue Arbeitsplätze und Impulse für die Regionen entstehen. Die Liste der Vorhaben ist lang, besonderer Fokus liegt aber auf zwei Großforschungszentren: Im Mitteldeutschen Revier entsteht als Strukturwandel-Leuchtturmprojekt das Center for the Transformation of Chemistry (CTC), in der Lausitz das Deutsche Zentrum für Astrophysik (DZA).

Ein Bild von einer Person vor einem Tisch mit Labor-Equpiment

Das CTC

Das DZA

Darüber hinaus wird eine Vielzahl weiterer Forschungsvorhaben geplant und umgesetzt. Zu den wichtigsten Projekten im Mitteldeutschen Revier gehören:

Ein Icon von einer Blume und einer Biene

das Monitoringzentrum zur Biodiversität in Leipzig unter anderem für Strategien zu Naturschutz und Renaturierung

Ein Icon einer Maispflanze und eines Steckers, der Strom symbolisiert

der Ausbau des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) in Leipzig zur Bioenergie- und Bioressourcenforschung

Ein Icon einer Drohne

das Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme in Cochstedt zur Drohnenforschung

Ein Icon einer Glühbirne mit einem WLAN-Symbol darin

das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz durch Digitalisierung (KEDi) in Halle

Ein Icon eines Waldes

das Umwelt- und Naturschutzdatenzentrum Deutschland in Merseburg zur Schaffung der Informationsplattform umwelt.info

EIn Icon einer Flamme

das Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW) in Halle für Analysen und Beratungen

Ein Icon eines Wassertropfens mit einem Stromsymbol

das „Reallabor“ Energiepark Bad Lauchstädt zur Umwandlung von Strom aus Windkraft in Wasserstoff

Neben diesen direkt im InvKG verankerten Vorhaben entstehen weitere über offene Förderprogramme, etwa ein Hydrogen Lab und Competence Hub in Leuna zur Forschung und Ausbildung im Bereich Wasserstoff.[4]

Verkehrsinfrastruktur auf Schiene und Straße

Gute Mobilität in den Kohleregionen ist eine Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung, da es zum Beispiel Stadt und Land besser zu vernetzen gilt. Deshalb investiert der Bund im Strukturwandel in Fernstraßen und Schienenwege. Zentrale Maßnahmen im Mitteldeutschen Revier sind zum Beispiel:

Auf der Schiene:

  • Elektrifizierung und Ausbau der Strecke Leipzig – Bad Lausick – Geithain
  • Elektrifizierung der Strecke Leipzig – Pegau – Zeitz – Gera
  • Ausbau und Ertüchtigung der S-Bahn-Verbindung Leipzig – Merseburg
Ein Bild einer Person, die an einem Tisch einen Verkehrsplan mit Schienen zeichnet

Auf der Straße:

  • B 87 bei Bad Kösen und B 180 Aschersleben/Süd bis Quenstedt: Ortsumgehungen zur Entlastung der Kommunen
  • A 72 Borna-Nord: Lückenschluss im Autobahnnetz südlich von Leipzig

Über diese Projekte laufen in der Region teils rege Diskussionen. Wir gehen auf drei Fragen ein, die dabei im Fokus stehen.

Sind die Projekte „zusätzlich“?

Reichen die Mittel?

Reicht das Tempo für die Verkehrswende?

Die Verkehrspolitik bleibt eines der wichtigsten Handlungsfelder des Strukturwandels. Hier werden große Summen in teils sehr langfristigen Verfahren investiert, sodass uns die hier diskutierten Fragen noch lange beschäftigen werden.

Ansiedelung von Einrichtungen des Bundes

Im Zuge des Strukturwandels werden bundesweit relevante Behörden in den Kohleregionen angesiedelt oder aufgestockt. Sie haben nicht unbedingt einen speziellen Bezug zum Strukturwandel, bringen aber zahlreiche stabile Arbeitsplätze mit sich. Laut InvKG soll bei ihrer Verteilung innerhalb der Reviere eine gleichmäßige Verteilung sichergestellt werden. Beispiele sind:

  • Fernstraßen-Bundesamt in Leipzig (ca. 258 Stellen)
  • Generalzolldirektion in Leipzig (ca. 114 Stellen)
  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Borna (ca. 113 Stellen)
  • Generalbundesanwalt und Bundesverwaltungsgericht in Leipzig (ca. 52 Stellen)
  • Bundesagentur für Arbeit in Halle und Leipzig (ca. 214 Stellen)
  • Agentur für Innovationen in der Cybersicherheit in Halle (ca. 100 Stellen)
  • Mobilfunkinfrastruktur-Gesellschaft (MIG) in Naumburg (ca. 63 Stellen)[10]
Ein Bild von einer Person, die in einem Büro am Computer arbeitet

Quellen

Das Projekt „ZusammenWachsen – Engagiert im Revier“ wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen der Richtlinie “STARK – Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten”.