Aktiv werden im Strukturwandel
Welche Möglichkeiten es für Vereine und Initiativen gibt, sich mit ihren Ideen und Anliegen einzubringen
Wir haben gesehen, dass zivilgesellschaftliche Beteiligung im Strukturwandel oft nur schwach verankert ist. Umso mehr gilt es, die Möglichkeiten zu nutzen, die da sind.
Wir gehen an dieser Stelle auf Möglichkeiten ein, sich mit anderen zusammenzuschließen, um sich direkt in Strukturwandel-Prozesse einzubringen. Ausgewählte Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und große Projekte stellen wir auf der Seite „Fördermöglichkeiten für die Zivilgesellschaft“ vor.
Gemeinsam aktiv werden
Eigene Projekte zu planen, ist nur eine Möglichkeit, im Strukturwandel aktiv zu werden. Engagierte können auch versuchen, sich in politische Entscheidungsprozesse einzubringen oder die Entwicklung von Projekten in ihrem Landkreis oder ihrer Kommune mitzugestalten.
Wie wir in dieser Einführung an vielen Stellen beschreiben, sind die Voraussetzungen dafür nicht immer leicht. Eine breitenwirksame Aktivierung der Öffentlichkeit findet im Strukturwandel bislang nur sehr begrenzt statt. Mitentscheidungsmöglichkeiten für die Zivilgesellschaft in Gremien und Entscheidungsprozessen bleiben in der Regel unverbindlich. Das heißt: Wer gehört werden möchte, muss sich proaktiv und selbstbewusst einbringen.
Als erste Frage stellt sich oft: Wer ist überhaupt die richtige Anlaufstelle für mein Anliegen? Hier ein paar Möglichkeiten, wo man anfangen kann:
Koordinierungsstellen als Wegweiser nutzen
Alle Landkreise und auch einige Kommunen oder kommunale Verbände haben inzwischen Anlaufstellen geschaffen, die vor Ort Strukturwandel-Themen bündeln. Sie dienen oft primär der Beratung von potenziellen Projektträgern, doch sie sind auch für andere Akteur:innen eine gute erste Anlaufstelle für Informationen zum Strukturwandel. Wir ermuntern Engagierte, hier zu zeigen: Es gibt vor Ort eine interessierte Öffentlichkeit, die es sich bei der Entwicklung und Umsetzung von Projekten einzubinden lohnt.
Eine Kontaktübersicht für alle Landkreise gibt es auf unserer Seite „Links und Hinweise“.
An laufende Projekte andocken
Strukturwandel wird vor allem in konkreten Projekten vor Ort erlebbar und anfassbar, und Entscheidendes geschieht häufig nicht in der Projektauswahl, sondern in der konkreten Umsetzung vor Ort. Es lohnt sich also ein Blick auf die Übersichten bereits auf den Weg gebrachter Projekte: Was setzt die eigene Kommune gerade um? Gibt es zum relevanten Thema vielleicht ein Projekt mit Vernetzungsangebot? Insbesondere Projekte in Programmen wie STARK oder KoMoNa haben häufig einen Fokus auf Vernetzung und Dialog und sind für Anfragen offen.
Entscheidungsgremien aktivieren
Die zivilgesellschaftlichen Mitglieder im Regionalen Begleitausschuss in Sachsen oder im Revierausschuss in Sachsen-Anhalt haben zwar nur eine beratende Funktion. Mit konkreten Anregungen oder mit aktiver Unterstützung aus den gesellschaftlichen Gruppen, die sie vertreten sollen, können sie diese aber effektiver und lauter ausfüllen. Wir sind hier als Bündnis StrukturWandeln gerne ansprechbar. In vielen Fällen können auch Anlaufstellen auf lokaler Ebene relevant sein – zum Beispiel die Lenkungsgruppen der Landkreise in Sachsen-Anhalt. Eine Übersicht findet sich unter „Links und Hinweise“.
Gemeinsam stark: Netzwerke aufbauen
Unser vielleicht wichtigstes Anliegen als Bündnis StrukturWandeln: Gemeinsam können wir mehr! Niemand von uns hat alle Antworten, den vollständigen Überblick oder immer den richtigen Kontakt an die entscheidende Stelle. Auch Zeit und Geld sind in zivilgesellschaftlichen Organisationen nicht selten knapp. Deshalb brauchen wir Austausch, gegenseitige Unterstützung und das Lernen voneinander. Mit versammeltem Know-how kommen wir weiter, und mit gebündelten Stimmen werden wir lauter. Möglichkeiten dafür möchten wir als Bündnis schaffen.
Aktuell verfolgen wir dieses Ziel vor allem über unser Projekt ZusammenWachsen – Engagiert im Revier, das wir unten genauer vorstellen.
Vernetzungsempfehlung: Die Bürgerregion Lausitz
Allen, die sich für zivilgesellschaftliche Beteiligung im Strukturwandel interessieren, empfehlen wir, bei der Bürgerregion Lausitz vorbeizuschauen.
Die Bürgerregion ist ein Netzwerk zivilgesellschaftlicher Organisationen, die Menschen in der Region bei ihrem Engagement unterstützen.

Bürger:innen, Vereine oder Kommunen finden in vielfältigen Formaten Austausch- und Beratungsmöglichkeiten. Getragen wird das Netzwerk durch regionale „Knotenpunkte“, verteilt über die ganze Region in Brandenburg und Sachsen.
Ziel der Bürgerregion Lausitz ist es, den Strukturwandel sozial gerecht, nachhaltig und regional verankert zu gestalten, indem Betroffene nicht nur informiert werden, sondern selbst Mitsprache und Einfluss erhalten. Für uns als Bündnis StrukturWandeln war die Bürgerregion von Anfang an eine wichtige Inspiration.
Hier geht es zur Website der Bürgerregion:
https://buergerregion-lausitz.de/
Angebote vom Bündnis StrukturWandeln
ZusammenWachsen – Engagiert im Revier ist ein STARK-Projekt, über das wir derzeit für drei Jahre Netzwerkarbeit und Beratung für Vereine, Initiativen und interessierte Einzelpersonen im Mitteldeutschen Revier anbieten können.
Wir veranstalten Bündnistreffen, organisieren themenspezifische Arbeitsgruppen, beraten Engagierte und begleiten sie bei der Planung und Umsetzung eigener Vorhaben. Mit offenen Mitmachformaten sind wir immer wieder im Mitteldeutschen Revier unterwegs und halten die Ergebnisse auf unserer Website fest.

Unser Projektteam ist über die gesamte Region verteilt. Dazu gehören:
- der Landesverband Nachhaltiges Sachsen e. V. in Leipzig
- Netzwerk Zukunft Sachsen-Anhalt e. V. in Magdeburg und Halle
- der Naturbau-Campus in Oschatz
- das krimZkrams in Zeitz
- der Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e. V. in Borna
- Land.Leben.Kunst.Werk e. V. in Quetz
Zu unseren wiederkehrenden Angeboten laden wir herzlich ein:

Beim digitalen Strukturwandel-Stammtisch schaffen wir regelmäßig die Möglichkeit, einfach miteinander in den Austausch zu kommen. Dafür gibt es jeweils kurze Impulsvorträge zu verschiedenen Themen und die Möglichkeit für Fragen und zur Diskussion.

Bei der Strukturwandel-Werkstatt möchten wir gemeinsam anpacken: Wir organisieren Exkursionen, Coachings und praxisnahe Workshops zu unterschiedlichen Themen. Hier können Engagierte ihre konkreten Vorhaben gemeinsam angehen.

Auf unseren jährlichen Bündnistreffen kommen wir in großer Runde zusammen, um das Netzwerk zu stärken und gemeinsam neue Aktivitäten zu planen.

Auf unserer wachsenden Engagement-Karte machen wir Akteur:innen sowie Veranstaltungen aus der Region sichtbar: Hier gibt es den Überblick darüber, was andere tun, und die Möglichkeit, eigene Vorhaben einzutragen.

Mit einem Netzwerk von Expert:innen bieten wir Beratungen zu ganz verschiedenen Themen des Strukturwandels an. Dafür können sich Engagierte gerne bei uns melden.
Einladung zum Mitmachen
Das Bündnis StrukturWandeln steht neuen Engagierten gerne offen! Wir laden Sie und Euch ganz herzlich ein, auf uns zuzukommen – auch mit allen Fragen, die diese Einführung vielleicht noch nicht beantwortet hat.

Weiterlesen: Wie funktioniert der Strukturwandel?
- Der Kohleausstieg in Deutschland
- Die Kohleregionen
- Strukturwandel-Förderung im Überblick
- Strukturwandel in Sachsen und Sachsen-Anhalt
- Vor Ort in den Landkreisen
- Großprojekte: Forschung, Verkehr und Behörden
- Förderprogramme des Bundes
- Fördermöglichkeiten für die Zivilgesellschaft
- Aktiv werden im Strukturwandel
- Links und Hinweise

Das Projekt „ZusammenWachsen – Engagiert im Revier“ wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen der Richtlinie “STARK – Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten”.

