Nachhaltiges Wirtschaften und Kreislaufwirtschaft

verfasst von: krimZkrams Zeitz

Kreislaufwirtschaft ist die Vermeidung und die Verwertung von Abfällen. So sieht es das 2012 verabschiedete Kreislaufwirtschaftsgesetz. Seitdem die teilweise dramatischen Folgen von Rohstoffabbau und der Ausbeutung natürlicher Ressourcen zutage treten, steigt der Wunsch, möglichst sparsam und effizient mit dem umzugehen, was „schon da ist“.
Das Thema ist nicht nur für die öffentliche Verwaltung und die Abfallwirtschaft relevant, sondern spielt auch für die Zivilgesellschaft eine immer wichtigere Rolle.

Kreislaufwirtschaft aktiv erleben

Einige Vereine haben es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit Mitmachangeboten für Kreislaufwirtschaft zu begeistern: Die Wiederverwendung von gebrauchten Materialien steht bei KunZstoffe e.V. mit seinen Materialsammlungen in Leipzig, Halle und Zeitz im Vordergrund. Der Schwerpunkt liegt auf Materialien für Bastel-, Handarbeits- und kleinere Handwerksprojekte: Wer Material benötigt, kann sich aus der Sammlung gegen Spende bedienen, nutzt bereits Vorhandenes und muss nichts Neues kaufen. Selberbauen und Reparieren steht auch beim Eigenbaukombinat in Halle im Vordergrund: Der Verein betreibt eine vielfältig ausgestattete Werkstatt. Um sie zu nutzen, muss man nur Vereinsmitglied werden oder kann die offenen Angebote nutzen. Einen guten Überblick bietet die Übersicht des Verbunds offener Werkstätten e.V.

Viele Vereine und Initiativen betreiben mittlerweile Reparaturtreffs: ehrenamtliche Reparaturtalente unterstützen bei der Reparatur von kaputten Haushaltsgeräten, Kleidungsstücken, Spielzeug etc. So werden Dinge länger genutzt und es fällt weniger Müll an. Um einen solchen Reparaturtreff in der Nähe zu finden lohnt es sich, Ortschaftszeitungen und Veranstaltungskalender zu lesen – denn so vielfältig wie die Reparaturinitiativen sind auch die Wege, auf denen sie ihre Informationen streuen!

Kostenlose Beratung durch:

Netzwerkstelle Zeitz des Bündnis StrukturWandeln


Eine Mitmach-Reparaturwerkstatt mit festem Standort und wöchentlichen Öffnungszeiten findet sich in Leipzig: Dort kann man im Café Kaputt aktiv Ressourcen schonen.
Auch Lebensmittel werden aus den verschiedensten Gründen viel zu oft weggeworfen: Hier bot Losmachen e.V. aus Halle mit dem RE:use Forum 2024 eine Mitmachveranstaltung mit Inspirationen und Instruktionen zur Lebensmittelrettung.

Unterstützung für Vereine – nachhaltig und günstig

Gelebte Kreislaufwirtschaft schont nicht nur den Planeten, sondern auch den Geldbeutel. Deshalb können auch Vereine ganz handfest von solchen Angeboten profitieren:
Sie können ihr Material für Vereinsfeste, Dekorationen und Kostüme aus Materialsammlungen beziehen (s.o.). Eine Übersicht findet sich hier.

Stehen größere Handwerks- oder Bauprojekte an, dann bietet z.B. das Materialbuffet in Leipzig vielfältige Materialien von der Spanplatte bis zur Abdeckscheibe zum kleinen Preis. Der „Baumarkt für gebrauchte Materialien“ sammelt überschüssiges Baumaterial, z.B. aus Film- und Theaterproduktionen, von Großveranstaltungen und aus dem Messebau, senkt das immense Abfallaufkommen in diesem Sektor und stellt günstiges Material zur Verfügung.

Steht der Aus- bzw. Umbau eines historischen Gebäudes an, so sind Bergehöfe eine gute Adresse: Die Sammlung und Weitergabe historischer Baustoffe dient dem Denkmalschutz und schont Ressourcen.
So deckt z. B. der Denkmalbauhof in Halle das ganze Spektrum historischer Baustoffe ab.


Vereinsarbeit ohne IT-Technik ist undenkbar. Schmale Budgets machen es Vereinen oft nicht leicht, sich mit der erforderlichen Technik auszustatten. Das Haus des Stiftens stellt gemeinnüzigen Organisationen vergünstigte Hard- und Software zur Verfügung. Auch die Firma AfB bietet gebrauchte IT-Technik (refurbished) zu günstigen Preisen.

Dinge, die man nur selten oder gar nur ein einziges Mal benötigt, kann man sich auch leihen anstatt sie zu kaufen. Weil sich das Prinzip bei Büchern schon längst bewährt hat, nennt man solche Konzepte „Bibliotheken der Dinge“. Die Stadtbibliothek Halle verfügt über ein solches Angebot.

Das Projekt „ZusammenWachsen – Engagiert im Revier“ wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen der Richtlinie “STARK – Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten”.