Gute Mobilität für alle
verfasst von: Kaya Schwab
Das mitteldeutsche Revier umfasst sowohl den wachsenden Ballungsraum Halle–Leipzig als auch weitläufige, ländlich strukturierte Räume mit rückläufiger Einwohnerzahl und einer zunehmend überalterten Bevölkerung. Ob Stadt oder Land- Mobilität bestimmt maßgeblich, wie gut Menschen ihren Alltag organisieren können – sei es beim Zugang zu Supermärkten und medizinischer Versorgung als auch bei der Erreichbarkeit von Arbeitsplatz, Freizeit- und Kulturangeboten. Ein gutes Mobilitätsangebot ist damit Grundvoraussetzung für Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe.
Ein Schlüsselthema im Strukturwandel
Mit dem geplanten Kohleausstieg befindet sich das mitteldeutsche Revier in einem tiefgreifenden strukturellen Wandel und der Umbau der Wirtschaft ist bereits in vollem Gange. Die Region soll sich als Energiestandort behaupten, die industrielle Wertschöpfung – insbesondere in der Chemie – weiterentwickeln und ihre Rolle als Logistikdrehscheibe in Europa stärken. Auch die Weiterentwicklung innovativer Verkehrskonzepte und Antriebstechnologien gelten als wichtige Zukunftsfelder.
Kostenlose Beratung durch:
Projekt „100fach bewegt“ des Landesverbandes Nachhaltiges Sachsen e.V.
Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur gehört deshalb zu den zentralen Zielen der Strukturwandelförderung im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG). Damit könnte der Strukturwandel einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende leisten, zumal der Verkehrssektor seine Klimaziele seit Jahren verfehlt.
Die Verkehrswende gelingt allerdings nicht allein durch den Ausbau von Infrastruktur auf Straße und Schiene. Es braucht ein abgestimmtes Zusammenspiel aus einem bedarfsgerechten und barrierefreien ÖPNV, dem Ausbau von Rad- und Fußwegen sowie Sharing-Angeboten, der Elektrifizierung des Verkehrs und gleichzeitig den Abbau klimaschädlicher Subventionen. Entscheidend ist dabei, die unterschiedlichen Bedürfnisse von Stadt und Land mitzudenken und wo nötig sozialen Ausgleich zu schaffen.
Die Verkehrswende braucht Dialog und Beteiligung – und nicht zuletzt das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, die neue Wege ausprobieren, Projekte anstoßen und Veränderungen in ihrer Region mitgestalten.
Netzwerke im Themenfeld
Verkehrsclub Deutschland (VCD)
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) ist ein bundesweiter Umwelt- und Verkehrsverband, der sich für eine sozial gerechte, klima- und menschenfreundliche Mobilität einsetzt. Er engagiert sich für bessere Bedingungen für den Fuß-, den Rad- und den öffentlichen Verkehr sowie für die E-Mobilität, bringt sich verkehrspolitisch ein und unterstützt konkrete Projekte sowie Initiativen vor Ort. Im Mitteldeutschen Revier ist der Landesverband Elbe-Saale mit Ortsgruppen, lokalen Ansprechpartner:innen und viel Engagement aktiv.
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC)
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) ist die bundesweit größte Interessenvertretung für Radfahrende und setzt sich für eine fahrradfreundliche Infrastruktur sowie sichere Radwege ein. Mit Landes- und Kreisverbänden ist der Verein auch im Mitteldeutschen Revier präsent.
Fahrgastverband Pro Bahn
Pro Bahn vertritt die Interessen der Fahrgäste im öffentlichen Personenverkehr. Der Verband setzt sich für einen attraktiven, pünktlichen und bezahlbaren Schienenverkehr ein – auch in der Fläche. Der Fahrgastverband agiert im Landesverband Mitteldeutschland mit verschiedenen Regionalgruppen:
Fuß e.V.
Der Fuß e.V. setzt sich für eine fußgängerfreundliche Verkehrs- und Stadtplanung ein. Er fördert sichere und attraktive Wege für Menschen zu Fuß und bringt das Thema Fußverkehr in politische Debatten ein. Auf einer interaktiven Karte findet man die Ortsgruppen:
Verkehrswende in kleinen Städten e.V.
Der in Leipzig gegründete Verein unterstützt Kommunen und Initiativen dabei, die Verkehrswende auch abseits der Großstädte voranzubringen – mit Beratung, Vernetzung und dem Austausch guter Praxisbeispiele.
Gute Beispiele aus dem Mitteldeutschen Revier
Bildungsangebote und Materialien
- Das Umweltbundesamt informiert fortlaufend über nachhaltige Mobilität und Verkehrswende: https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr
- Das VCD-Bildungsprogramm bietet umfassende Unterrichts- und Aktionsmaterialien rund um nachhaltige Mobilität für Schulen und außerschulische Bildungseinrichtungen: https://bildungsservice.vcd.org/
- Auf der Website von Philipp Spitta, der in diesem Bereich arbeitet, sind tolle Materialien und Ideen zur Mobilitätsbildung zusammengetragen: https://www.philipp-spitta.de/material-mobilit%C3%A4tsbildung
Hinweise zur Projektförderung

EWS Sonnencent
Die EWS Schönau fördert über den Sonnencent-Fonds zivilgesellschaftliche Projekte der Energiewende und nachhaltigen Mobilität.
Dr. Joachim und Hanna Schmidt Stiftung für Umwelt und Verkehr
Förderungsfeld der Stiftung umfasst Projekte, die Konflikte zwischen Verkehrsinfrastruktur, Mobilität und den Erfordernissen einer intakten Natur behandeln.
ADAC Stiftung
Die ADAC Stiftung fördert Projekte zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und zur Mobilitätsbildung. Antragsberechtigt sind gemeinnützige Organisationen.
Initiative Mobilitätskultur
Die Initiative fördert Projekte im Bereich Mobilität mit unterschiedlichen Schwerpunkten, z.B. zu den speziellen Herausforderungen im ländlichen Raum oder zur Hinterfragung von Mobilitätsgewohnheiten.
Bundesamt für Logistik und Mobilität
Das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) veröffentlichen regelmäßig Förderaufrufe mit tendenziell großem Antragsvolumen und zu unterschiedlichen Themen.

Das Projekt „ZusammenWachsen – Engagiert im Revier“ wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen der Richtlinie “STARK – Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten”.
