Rückblick: Strukturwandel-Stammtisch „Perspektiven der Wasserstoffwirtschaft “ am 26.01.2026

Strukturwandel-Stammtisch für das Mitteldeutsche Revier

Montag, 26.01.2026
17:00 – 18:30 Uhr

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Wasserstoff gilt als Schlüssel für den Klimaschutz, für unser zukünftiges Energiesystem und für eine zukunftsfähige Wirtschaft im Mitteldeutschen Revier, das historisch von der Kohle und der Chemie geprägt ist.

Erst hat Wasserstoff einen großen Hype erfahren, aktuell ist es aber ein bisschen ruhig um ihn geworden. Das heißt aber nicht, dass sich wenig tut, wie unsere beiden Gäste ausführten. Tobias Richter vom HYPOS e.V. zeigte in seinem Beitrag auf, dass eine solche Entwicklung nach dem “Gartner Hype Cycle“ nicht ungewöhnlich ist, sich v.a. am Chemiestandort Sachsen-Anhalt aber einiges bewegt.

Auf dem Weg zum Ziel, einen funktionierenden Markt mit diskriminierungsfreiem Zugang zur Infrastruktur und wettbewerbsfähigen Preisen zu erreichen, sind wir aktuell noch nicht ganz in der Hälfte angekommen, doch gibt es bereits erste Praxiserfahrungen, kommerzielle Projekte und für die Zukunft geschlossene Verträge. Die Voraussetzung für die lokale Versorgung mit Wasserstoff ist dabei eine funktionierende Infrastruktur, der Ausbau von “Leitungs-Autobahnen“ für den Transport. 9600 km umfasst das bundesweite Kernnetz, das immerhin schon mit 400 Leitungs-Kilometern ins Mitteldeutsche Revier hineinragt. Hier gehen Akteure wie ONTRAS, RWE, TotalEnergies voran. In unserer Region sind bereits das Wasserstoffdorf Bitterfeld-Wolfen und das Hydrogen-Lab Leuna aktiv. Hinzu kommt das geplante Großforschungszentrum CTC in Delitzsch und Merseburg. In Leuna existieren zudem noch weitere Projekte (für E-Fuels, E-Kerosin etc.), die an Wasserstoff interessiert sind; der Energiepark Bad Lauchstädt bildet die gesamte Wertschöpfungskette ab.

Fazit: Es braucht den Wasserstoffhochlauf und es geht auch voran, doch es sollte schneller gehen!

Die Wertschöpfung muss in der Region bleiben

Johannes Wege von der Landeskoordinierungstelle Wasserstoff der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt (LENA) erinnerte uns daran, dass es schon seit Juni 2000 die nationale Wasserstoffstrategie gibt.

Die LENA ist bezgl. Wasserstoff aktiv in den Bereichen Information, Aufklärung, Sensibilisierung der breiten Bevölkerung, Bürgerdialoge, Lehrer:innenfortbildung, interaktives Lernen, Fördermittelberatung und hat den Behördenlotse und einen Genehmigungsleitfaden initiiert.

In Sachsen-Anhalt mit 700 Unternehmen in energieintensiven Industriebranchen wächst die Nachfrage nach Wasserstoff, doch nicht alle Branchen können Wasserstoff nutzen und nicht alles, was angekündigt wird, wird auch umgesetzt. Wichtig ist, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt. Mit der Produktion von Elektrolyseuren kann die Region punkten und ist hier im weltweiten Vergleich relativ weit. Dazu benötigt es aber weitere Investitionen.

Wie stehen wir im Mitteldeutschen Revier da? Wir haben Flächen und Platz in den Chemieparks, Raffinerien, Chemie, die Wasserstoff braucht – das Potential ist groß, aber wir sind (noch) nicht der große Player.

Einen kurzen Überblick über die Situation in Sachsen gab Johannes Wege zum Schluss: Die chemische Industrie in Sachsen-Anhalt ist natürlich größer als in Sachsen. Dennoch gibt es in Sachsen mit der Wacker Chemie AG oder der Halbleiter-Industrie in Dresden auch interessierte Akteure, die auf Wasserstoff angewiesen sind. Das BMW-Werk in Leipzig wird das erste Automobilwerk mit Wasserstoffanbindung und die Stadt Leipzig möchte führend in der Wasserstofftechnologie werden. Sein Fazit. Während Sachsen-Anhalt den Industriezweig Wasserstoff schon sehr aktiv fördert, könnten Sachsen und auch Thüringen dies noch stärker tun.

Der Strukturwandel-Stammtisch fand in Kooperation mit dem Projekt Revierwende statt.

Logo der Strukturwandel-Werkstatt

Diese Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Strukturwandel-Stammtisch“ im Projekt ZusammenWachsen – Engagiert im Revier“.

Das Projekt „ZusammenWachsen – Engagiert im Revier“ wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen der Richtlinie “STARK – Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten”.