Nachhaltiges Bauen im Kupferschieferbergbau

Am 27. September waren wir mit dem Workshop Nachhaltiges Bauen zu Gast bei Birgit Rufer und Klaus Feick, die das Schieferhaus Wippra in den letzten Jahren vom verwahrlosten Leerstand liebevoll zu einem kulturellen Kleinod erweckten. Um nach Wippra, Ortsteil von Sangerhausen, in den südöstlichen Rand des Harzes zu kommen, muss man schon einige Kilometer durch Wald, über Hügel und durch Täler fahren – Strukturwandel erscheint während der Fahrt weit weg zu sein und woanders stattzufinden.

Aber im Schieferhaus angekommen, ist man gleich von der warmen Atmosphäre eingenommen, mit viel Lehm und Holz im Haus – es wird sofort sichtbar, mit welcher Sorgfalt zur historischen Bausubstanz und der Geschichte des Hauses nachhaltig saniert, erneuert wird. Raum für Raum, wie es Zeit und Kräfte erlauben, wird auf die originale Bausubstanz unserer Vorfahren frei gelegt. Zum Vorschein kommen Lehmwickeldecken, Fachwerk mit Lehmstakentechnik ausgefacht oder alte Kalkputze auf Lehmputz und Strohlehmgemische – eine Schatzkammer an historischen Lehmtechniken. Mit Baujahr 1380 gehört das Schieferhaus zu den ältesten Häusern in Wippra. Und damit zum idealen Anschauungsobjekt für unseren Workshop. Wie kann man diese historische Bauweise mit denselben Materialien nachhaltig auf moderne Standards bringen, ohne Bauschäden zu produzieren? Auf dem Rundgang nach einer theoretischen Einführung zu nachhaltigem Bauen konnten wir viele Lösungen live am Objekt aufzeigen, Problematiken z.B. zur Bauphysik klären und verschiedene Baustoffe erörtern. Bei Suppe und Getränken im Anschluss wurde einmal mehr klar, wie wichtig Information und Aufklärung zu diesen Themen sind. Und eine Fortsetzung des Workshops in Form von irgendeinem Format ist auch schon im Hinterkopf.