Rückblick: Strukturwandel-Stammtisch „Kommunen im Strukturwandel“ am 09.03.2026

Strukturwandel-Stammtisch für das Mitteldeutsche Revier

Montag, 09.03.2026
17:00 – 18:30 Uhr

Online
via Zoom

Rückblick Strukturwandel-Stammtisch vom 09.03.2026

Was sind die größten Herausforderungen für Kommunen im Strukturwandel, was bedeutet dieser für Kommunen, wo liegen die Chancen und Möglichkeiten und wie wird Bürger:innen-Beteiligung in den Gemeinden praktiziert, umgesetzt?

Diese Fragen beantworteten in einem ersten Impulsvortrag Steffi Syska, Bürgermeisterin der Stadt Sandersdorf-Brehna in Sachsen-Anhalt und Jenny Weinhold vom Fördermittelmanagement derselben Stadt.

Dabei stellten sich die wirtschaftliche Stabilität, der Wirtschaftsstandort, die landschaftliche Attraktivität als Erholungsgebiet und die Landschaftspflege mit vorhandenen finanziellen Ressourcen als größte Herausforderungen dar. Strukturwandel und Transformation sind eine Chance, Klimaschutz, Digitalisierung, Wirtschaft, Landschaft, Infrastruktur und Innovationen ganzheitlich weiter zu entwickeln und Vereine und Hochschulen mit einzubinden.

Impulsgebende für diese Weiterentwicklung sind Bürger und Bürgerinnen. Ein neu aufgestellter Bürger:innenrat, jährliche Bürgerdialoge, der Jugendbeirat und eine online-Plattform sind die Formate für Beteiligung. Für neue Bauprojekte (wie aktuell die neue Kita) ist die Stadt mit Anwohnenden im Dialog. Wichtig ist die Diskussion auf Augenhöhe, alle stehen auch vor der Herausforderung, sich selber einzubringen. Die Stadt muss nicht alles alleine machen! Für die Gemeinde ist auch das Beteiligungsportal des Landes Sachsen-Anhalt wichtig, um neue Beteiligungsformate zu entwickeln -siehe https://beteiligung.sachsen-anhalt.de/portal/hauptportal/startseite

Aber für eine lebhafte Bürgerbeteiligung ist auch der öffentliche Zugang zu den Themen wichtig. Sie müssen gut aufbereitet und über alle Kanäle bekannt und erlebbar gemacht werden. Und dies immer wieder, damit die Rückkopplung auch da ist.

Sandersdorf-Brehna hat das Glück, eine eigene Fördermittelstelle zu haben. Denn die Fördermittellandschaft ist komplex und es braucht einen langen Atem. Es muss ausgelotet werden, ob die gesetzlichen Fördertöpfe den Bedarf der Gemeinde decken können. Für welche Mittel braucht es wie viel Eigenkapital, ist dies gesichert und wie wird es aufgeteilt, wo eingesetzt. Und dann die Durststrecke zwischen Beantragung und Bewilligung gut durchstehen….

Für Marco Roßberger, Projektkoordinator Strukturwandel der Stadt Leipzig, liegen die Herausforderungen in der angespannten finanziellen Lage vieler Kommunen, im demographischen Wandel, bei Arbeitskräften, in der Mobilität und in der Schaffung von Bleibe- und Rückkehrmöglichkeiten. Der Strukturwandel findet seit der politischen Wende statt, er hat durch den Ausstieg aus der Kohle und den damit zur Verfügung gestellten Geldern eine neue Bedeutung bekommen. Nun müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, dass die Menschen sich vor Ort wohl fühlen.

Für die 2. Und 3. Förderphase ist es wichtig, Formate mit allen Akteuren zusammen zu entwickeln, Aktivitäten zusammenzubringen, um Doppelstrukturen zu vermeiden. In Stadt und Land müssen nicht die gleichen Themen Priorität haben. Wichtige Themen sind Wirtschaftsflächen und Wohnraum, Verkehrsverbindungen, Forschungseinrichtungen in Cluster bringen und die Verknüpfung unter den Landkreisen schaffen.

Stefan Kipfelsberger, Leiter Stabsstelle Strukturwandel von Sachsen-Anhalt, gab einen kurzen Einblick in das komplexe Thema Evaluation und deren Grenzen der Strukturwandelprojekte. Es gibt auf Landes- und Bundesebene statistische Erhebungen, quantitative und qualitative Indikatoren und einen Monitor über die Projekte. Was ist der Effekt der Finanzpakete, wie viel bringt es, was die geförderten Projekte tun, welche Entwicklung kann man welchen Projekten zuschreiben – für diese Fragen und Antworten ist es noch etwas zu früh. Generell kann man aber sehen, dass es besser wird.

Zum Abschluss des heutigen Stammtisches informierte Janne Irmisch von der Zukunft Umwelt Gesellschaft ZUG über das Förderprogramm KoMoNA des Bundesumweltministeriums. Der nächste Förderaufruf ist von April – Sept. 2026, Projektstart dann im Herbst 2027.

Logo der Strukturwandel-Werkstatt

Diese Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Strukturwandel-Stammtisch“ im Projekt ZusammenWachsen – Engagiert im Revier“.

Das Projekt „ZusammenWachsen – Engagiert im Revier“ wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen der Richtlinie “STARK – Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten”.