Mitmachtour am Störmthaler See

Mülldeponien und Strukturwandel – wie passt das zusammen? Wollten wir nicht schon seit vielen Jahren Müll vermeiden? In der 1995 in Betrieb genommenen Deponie Cröbern im ehem. Kohletagebau Espenhain ist bis 2035 ein Gesamtabfallvolumen von 12,8 Mio. Kubikmetern geplant. Das entspricht einem 1793 m hohen Wolkenkratzer mit einer Grundfläche eines Fußballfeldes. Das sind also im Durchschnitt pro Jahr 320‘000 Kubikmeter Abfall. Und wenn man auf https://www.zaw-sachsen.de/entsorgung/abfall-abc/ nachschaut, kann man so ziemlich alles entsorgen, womit wir umgeben sind. Mülldeponien sind nicht ganz so gigantisch wie Kernkraftwerke, aber auch diese müssen nach ihrem Ende noch über Jahrzehnte kontrolliert und überwacht werden.

Die Infrastruktur, Technik, Gebäude, Anlagen der Deponie Cröbern sind hochmodern, alles sehr sauber, auf dem Deponieberg zieren Solarpanels die grünen Wiesen – man könnte nicht denken, dass hier Müll verwertet und entsorgt wird. Eine riesige Infrastruktur, um unseren Müll zu entsorgen, vielleicht eine “Aus den Augen, aus dem Sinn-Infrastruktur“ – wir Bürger:innen brauchen uns um nichts mehr zu kümmern.

Der Strukturwandel bedeutet auch Umdenken, nicht mehr ent-sorgen, sondern ver-sorgen, für-sorgen, sich sorgen um uns, um die Umwelt. Um das Ziel zu erreichen, in Zukunft keine Deponien, keine Müllentsorgung mehr zu benötigen, gibt es schon Konzepte und best-practice Beispiele, die umgesetzt werden: Repaircafés, Tauschbörsen, Nähstuben, Secondhand-Geschäfte oder Internetportale für Weiterverwendung usw. Auch in der Bauindustrie fängt man an, in Kreisläufen zu denken und planen, denn sie verursacht riesige Abfallberge. Und dieser Abfall ist der Rohstoff von morgen. Und es liegt doch ein Reiz, eine Neugier darin, von hinten nach vorne zu denken. Vor der Produktion, vor dem Kauf eines neuen Produktes immer erst zu überlegen, was mache ich damit nach Ablauf seines Lebenszyklus. Von der Stecknadel bis zum Hochhaus. Lassen wir uns anstecken!

Das Projekt „ZusammenWachsen – Engagiert im Revier“ wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen der Richtlinie “STARK – Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten”.